arinaga

arinaga ist ein kleiner küstenort im südosten von gran canaria, dort, wo der atlantik in einer breiten, fast stillen linie aus fels und sand ans ufer trifft. es ist kein touristisches schaufenster und keine postkartenszene — arinaga existiert ohne den drang, jemandem gefallen zu müssen, und gerade deshalb bleibt es echt.

das erste, was man spürt, ist der wind. er formt die bäume, zerstört frisuren und klärt den kopf. das meer ist offen, dunkel, kraftvoll; immer da und immer ehrlich. die lange, ruhige promenade lädt ein zum gehen — dazu, den eigenen rhythmus wiederzufinden.

arinaga gehört zur gemeinde agüimes, an der ostseite der insel, etwa zwanzig minuten von las palmas und zehn minuten vom flughafen entfernt. die meisten reisenden fahren daran vorbei, ohne es wahrzunehmen, denn arinaga fordert keine aufmerksamkeit. diejenigen, die es suchen, entdecken es. diejenigen, die es nicht tun, ziehen weiter, ohne zu wissen, was ihnen entgangen ist.

in der alten guanchen-tradition galten die östlichen küsten als orte des übergangs — bereiche, in denen das morgenlicht am reinsten einfiel und der erste schatten über den stein glitt. arinaga war nie das zentrum eines mythos, aber es war eine schwelle. so fühlt es sich auch heute an: eine grenze zwischen dem, was war, und dem, was kommt.

seine geschichte ist schlicht: ein fischerdorf, gebaut auf routine und ausdauer. während die insel wuchs, hat arinaga nie versucht, ein touristischer hotspot zu werden. es blieb sich selbst treu. darin liegt seine stille stärke.

heute ist arinaga eine ruhige mischung aus alt und neu: fischerhäuser direkt am meer, moderne bauten weiter im ort, ein langer küstenweg, restaurants mit fischgeruch und eine zeit, die langsamer vergeht als in den meisten teilen europas.

es ist ein ort, an dem man stehenbleiben kann.

ein ort, der sich nicht beeilt.

ein ort, der dir raum gibt, deinen eigenen rhythmus wiederzufinden.

schlicht — und gerade deshalb kraftvoll.